BELLA ITALIA

meine mutter freute sich unheimlich auf Italien. nicht nur, weil's in Italien schoen sein wuerde, sondern weil das nicht so unendlich weit von deutschland entfernt war....

hier seht ihr die "piazza dei signori"

 

 die "monte berico kirche"

 

 

piazza delle poste

 Marostica

 

 

 

Verona

 

 

 Monte Berico pfad

 

 

 

ponte san michele

wir lebten also drei jahre lang in der wunderschoenen stadt "Vicenza"

natuerlich war's eine riiiesengrosse umstellung fuer uns alle. wir hatten glueck und bekamen eine wohnung im amerikanischen militaer- gelaende und konnten dort, sobald unsere moebel aus USA ankamen, einziehen.

bis unsere moebel kamen, haben wir in der "guest housing" gewohnt. da war "essen gehen"  an der tagesordnung. wir lernten viele spezialitaeten der italienischen kueche kennen....vielleicht kommt daher meine vorliebe fuer pasta?

waehrend wir in "bella Italia" waren, haben wir natuerlich viel unternommen. wir haben das schoene romantische Venedig besucht, Verona, die stadt der lichtspiele, und natuerlich haben wir auch die urlaubsorte lido di jesolo, rimini, und riccione besucht, um das meer und den strand zu geniessen.

in Vicenza wurde dann meine schwester geboren. ich war zu der zeit nicht gerade erfreut darueber und war sehr eifersuechtig, denn ich war doch "daddy's number one girl in the family" und  hatte angst, dass mein ueber alles geliebter daddy meine schwester so viel mehr lieben koennte als mich.

meine eltern brachten also meine schwester Tamara ganz stolz aus dem krankenhaus mit nach hause, wo mein bruder und ich schon warteten. mein bruder freute sich. ich kam nur zoegernd ans babybettchen und betrachtete meine schwester voller eifersucht.

nun war sie schon 3 monate mitten unter uns und mom and dad kuemmerten sich ausschliesslich um sie. das gefuehl hatte ich jedenfalls und ich wollte es immer noch nicht wahrhaben, dass dieses kleine schreiende buendel jetzt auch zur familie gehoeren wuerde.

unbeobachtet klaute ich eine saure gurke aus dem kuehlschrank und lief heimlich ins kinderzimmer, wo Tammy friedlich in ihrem bettchen lag. ich stopfte die gurke in ihren kleinen mund, zerrte sie aus ihrem bettchen und schob sie samt decke unter's bett meiner eltern....

Tammy schrie wie am spiess und meine eltern eilten herbei um zu sehen was dem armen kleinen baby denn zugestossen sein koennte. da sahen sie die bescherung und sie brauchten ueberhaupt nicht raten, wer denn nun von uns zwei rangen das wohl angestellt hatte.

boese kleine Sammy sagten sie zu mir und nahmen Tammy schuetzend auf den arm. sie hielten mich von da ab fern von ihr und beobachteten mich staendig, weil sie angst hatten ich koennte versuchen ihr wieder etwas anzutun.

meine mom wusste sich nicht zu helfen, und fragte sich wie sie bloss diese schreckliche eifersucht aus mir raus bringen wuerde. eine bekannte kam ihr zu hilfe in dem sie vorschlug, mich einfach bei der babypflege helfen zu lassen. meine eltern erklaerten mir, dass sie mich noch genauso lieb haetten wie vorher auch. meinen bruder Randy genauso und dass wir von nun an als "family" zusammenhalten muessten. ich war ja selbst noch sehr klein als Tammy geboren wurde und verstand es noch nicht ganz was meine eltern da von mir verlangten. ich wusste nur, dass ich Tammy nicht mehr laenger bei uns haben wollte, sie sollte verschwinden, egal wie....und fuer immer und ewig!

es dauerte ziemlich lange, bis ich mein kleines schwesterchen akzeptierte. doch mom war sehr clever und zog mich in allem was das baby betraf, mit ein und mit der zeit fuehlte ich mich richtig wichtig und wollte ueberall mithelfen, z.B. wenn Tammy gebadet und gefuettert wurde. ich fand heraus, dass das doch richtig spass machte.

von da an liebte ich meine kleine schwester.

wir wuchsen  zusammen auf, wurden richtige verbuendete, teilten alles miteinander, lachten und weinten zusammen, spielten zusammen, waren unzertrennlich und wurden uns auch im aussehen immer aehnlicher. die leute hielten uns spaeter als wir zur schule gingen, fast fuer zwillinge....

unser bruder hatte es mit uns maedels aber nicht gerade leicht. wir petzten wie die sau und vermasselten Randy so manches vorhaben.  

mein bruder hatte aber auch immer und staendig dummheiten auf lager. in venedig war es, wo er meinen eltern einen riesenschrecken eingejagt hat. wir haben sightseeing gemacht und haben mitunter auch ein mausoleum besichtigt. mein bruder schlich sich unbemerkt ganz heimlich vor und vesteckte sich hinter einer grabstaette. als meine eltern, und ich mit meiner schwester ins mausoleum kamen, und kein anderer tourist weit und breit zu sehen war, sprang er mit einem satz hinter dem grabmal hervor. wir sind vielleicht erschrocken!!!!! und er hat sich dumm gelacht. 

 

natuerlich haben wir nicht nur orte in Italien besucht und besichtigt, meine eltern haben uns kids mit nach Deutschland genommen. meine mutter wollte uns rangen ihrer familie in Deutschland vorstellen und so lernte ich im zarten kindesalter unsere deutsche verwandtschaft kennen.

nicht nur opa und oma, sondern auch jede menge onkels, tanten, cousins und cousinen.

die reisen zwischen Italien und Deutschland wurden sehr haeufig, denn meine mom wollte die gelegenheit nutzen um ihre familie so oft wie nur moeglich zu besuchen, denn bald wuerden wir ja wieder nach America zurueck muessen und dann waere es mit dem gegenseitigen besuchen ganz bestimmt nicht mehr so einfach.

 

unsere zeit in Italien verging wohlgemerkt sehr schnell und die 4 jahre die wir dort gelebt haben, waren fuer meine eltern unvergesslich.

mein dad wurde wieder in die Staaten zurueck versetzt. diesesmal ging's nach Virginia. dort waren wir jedoch nicht sehr lange und mein dad bekam erneut orders von Washington. zu der zeit haetten wir nach Japan gesollt, doch da machte meine mom nicht mit, nach Japan wollte sie auf gar keinen fall.  mein dad versuchte einen anderen dienstort von Washington zu bekommen. er hatte glueck und wir wurden auf der stelle nach Colorado versetzt. ich war zu der zeit schon fast 9 und mir gefiel meine "neue heimat" wirklich sehr gut. die vielen berge, die taeler und die seen, ich fuehlte mich dort sofort zu hause und es fiel mir auch nicht schwer an die neue umgebung zu gewoehnen.

an Colorado habe ich viele schoene erinnerungen. wir kids durften damals auf goldsuche gehen. nicht allzuweit von dem ort in dem wir lebten, befand sich eine goldwaescherei. mein bruder und ich gingen fleissig auf goldsuche und als wir fuendig wurden, waren wir ganz ausser uns vor freude. wir hatten jeder einen klitzekleinen gold nugget gefunden und wir waren natuerlich maechtig stolz auf unseren fund.

im winter gab's in Colorado immer sehr viel schnee. meine schwester ging wahnsinnig gern schlittenfahren, mein bruder skifahren, waehrend ich  lieber die gute warme stube vorgezogen habe. ich mochte den winter und die kaelte ja noch nie. *wintermuffel bin*  ich blieb also ein spielverderber wenn's um's schlitten fahren, skifahren und spielen im schnee ging und liess meine geschwister alleine rodeln.

 hier ein paar fotos von Colorado

 

downtown Denver

 

 

 

in der zeit in der wir in Colorado waren, kam meine juengste schwester zur welt. die ausfluege und wanderungen in den bergen, die wir so regelmaessig unternommen haben wurden eher selten.

Rebecca war der grund weshalb wir mehr daheim geblieben sind.

die zeit in Colorado neigte sich nach 3 schoenen jahren dem ende zu. es war mal wieder an der zeit umziehen zu muessen. sachen wurden in kisten und kartons gepackt. unser haus wurde zusehends leer und ich sass mit einem ueber alles betruebten langem gesicht auf einer der vielen kisten und war stinkig. schon wieder umziehen meckerte ich meinen dad an. ich war sauer, weil wir diesen schoenen ort verlassen mussten und ich soviele liebe  freunde zurueck lassen musste. zum ersten mal hasste ich den beruf meines vaters. ich war immerhin schon 12 und wollte nicht mehr umherziehen. ich hatte nun gute freunde gefunden, und ich wollte nun endlich ein festes zu hause haben.

diesesmal stand wieder ein europa umzug bevor. es sollte nach Deutschland gehen und zwar auf die schoene hohenloher ebene. ich war von diesem umzug alles andere als begeistert. sicher, es gefiel mir zwar in Germany, aber dort leben? dort leben wollte ich nicht. ich freute mich jedoch auf meine grosseltern und vor allen dingen auf meine cousins und cousinen und das war eigentlich das einzigste worauf ich mich freuen konnte. aber viiiiel lieber waere ich doch in Colorado geblieben. meine welt war nun mal hier in Colorado.....meine freunde, meine schule....meine zukunft so wie ich sie mir vorstellte und zum teil auch schon plante. ich war die umzieherei so leid.

aber tief im inneren wusste ich doch nur allzu gut, dass wir niemals fuer immer in Colorado bleiben konnten, bedingt durch den beruf meines vaters. fuer mich schien zu dem zeitpunkt alles sinnlos geworden zu sein, mit meinen knapp 12 jahren verliess ich mit meiner familie Colorado schweren herzens. es wuerde wohl auf nimmer wieder sehen sein....

ich flog mit meiner familie nach  Germany. zuerst blieben wir ein paar tage bei oma und opa. dann ging es weiter. an einem kuehlen verregneten tag kamen wir in Crailsheim, einer kleinen stadt in Baden-Wuerttemberg an.

meine eltern hatten schnell eine wohnung in der stadt gefunden. sie mussten topmiete zahlen, aber dafuer kamen wir auch schnell unter, denn im hotel leben zu muessen waere auf die dauer recht kostspielig geworden. in der amerik. Kaserne, die ca. 3 km ausserhalb lag, war noch lang keine wohnung frei, es konnte bis zu 9 monaten dauern, bis wir dort mal in der amerik. siedlung einziehen koennten.

meine eltern waren froh, dass wir so schnell die wohnung mitten in der stadt gefunden hatten. fuer uns kids war das allerdings alles andere als gut, denn wie sollten wir des morgens zur schule kommen? mein dad musste seinen dienst schon frueh morgens um 5 uhr antreten, unser auto war noch nicht in Bremerhafen eingetroffen und es wuerde bestimmt noch einen ganzen monat dauern, bis das auto von usa nach deutschland kommen wuerde.

also blieb meinen eltern nichts anderes uebrig, als uns kids (meine schwester und mich) in einer deutschen schule anzumelden. von dieser idee war ich natuerlich ganz und gar nicht begeistert,  und obwohl ich deutsch konnte, hatte ich eine unwahrscheinliche angst vor meinem ersten schultag. so oft wie ich in meinem leben schon schulen und orte gewechselt habe, muesste ich doch daran gewoehnt sein, nicht wahr? aber dieser schulwechsel war total anders. ich fragte mich immer wieder  wie wuerden die anderen mich wohl aufnehmen? wuerden sie mich akzeptieren? wuerde ich sie denn auch verstehen koennen wenn sie in ihrem dialekt sprachen, wuerden die lehrer mich leiden koennen? komme ich im unterrricht mit? und ....und....und!!!!  all diese fragen schienen sich mir alle auf einmal zu stellen und ich konnte in der nacht vor dem ersten schultag kaum schlafen. meine schwester war noch aufgeregter als ich und bekam mitten in der nacht dermassen bauchweh, dass sie es irgendwie fertig brachte, unsere eltern davon zu ueberzeugen, dass sie unmoeglich am anderen tag in die schule gehen koennte. sie durfte also zu hause bleiben, waehrend ich mich der neuen schule, den mitschuelern und den lehrern stellen musste. schwesterchen konnte immer schon gut krank spielen.....mir gelang so was nie.

die schule war nicht einfach. es ist mir unheimlich schwer gefallen deutsch zu schreiben. der anfang war katasprophal.

ich verstand die anderen kinder nicht, wenn sie etwas zu mir sagten. sie fingen an sich ueber mich lustig zu machen. ich habe mich ganz schrecklich gefuehlt und waere am liebsten nie wieder in die schule gegangen.

ich wurde verspottet wegen meiner amerikanisch aussehenden kleidung.... auch machte man sich ueber meinen namen "Samantha"  lustig, der fuer die anderen wohl zu exotisch klang. amimaedchen haben sie mir hinterher geschrien. amimaedchen, go home!

mit den lehrern hatte ich keine probleme. der unterricht machte eigentlich spass. wenn die anderen mich doch nur in ruhe gelassen haetten und mich nicht immer gehaenselt haetten. dann waere alles ganz einfach gewesen.

zu der zeit war ich nicht gluecklich eine deutsche schule besuchen zu muessen, doch im nachhinein hat es mir viele vorteile gebracht und ich bin froh, dass ich auch deutsch schreiben gelernt habe.

in deutschland verbrachte ich meine lehrreichste und interessanteste zeit......

 

 

 

1.4.08 00:43

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